Rehaugen.

Es ist kalt und der Schnee legt sich sanft auf die Äste des Waldes, in dem ein kleines Reh steht und mit seinen großen, haselnussbraunen Augen ins Leere starrt. Sein Atem bildet weiche Nebelschwaden die in immer kürzeren Abständen seinen Körper verlassen. Es steht ganz still da als würde es auf etwas warten, dabei hat es schon längst begonnen. Langsam verdunkelt sich der Wald und der Schnee versucht vergebens das Licht zu reflektieren. Das kleine Reh wird immer unruhiger und seine Augen scheinen etwas zu suchen, einen Ausweg vor dem was kommt: Dunkelheit. Es geschieht als ein welkes Blatt auf den kalten Schnee fällt; das Reh reißt den Kopf in die Luft und beginnt zu rennen. Es springt in das ihn umgebende Koks und seine Hufe hinterlassen eine Spur der Unverständlichkeit. Alles schweigt und wartet gespannt. Seine zitternden Beine scheinen sich zu überfordern und die Dornen des unter dem Schnee begrabenen Unterholzes schneiden ihm tief in die selbigen, doch es denkt nicht daran anzuhalten. Sein Herz rasst und Blut durchströmt jede Muskelfaser seines Körpers. In seinen Augen schreit die pure Angst die scheinbar alles kontrolliert und das Reh weiter antreibt. Das Fell bebt und es stolpert immer wieder über totes verschneites Holz. Was für ein dummes Reh denke ich, und halte doch nicht an.

1 Kommentar 15.2.10 20:36, kommentieren

Dezemberschnee.

In deinen Augen glitzert sanft,
der Schnee, der leise friedlich ruht
Und Rehe streifen federleicht
durch tiefe Meere weißer Flut.

Auf deinen Haaren liegt so weich
die Flocke, welche lautlos fiel.
Und senkt der Wald gen Erde sich
als ob er sich verneigen will.

Auf deinen Lippen schläft erschöpft
das Schweigen einer kalten Nacht
Und Winde flüstern lieblich schön,
damit die Winterwelt erwacht.

Auf deinen Wangen wie kristall
erwachsen Blumen tränenklar
Da diese weiche Dezembernacht
für immer unsere letzter war.

1 Kommentar 7.12.09 16:23, kommentieren

Spielball.

Ihr werft mich hin und her und weg, wenn ihr mich nicht mehr braucht. Ich bin kein Objekt eurer Lust und vor allem nicht eurer Laune. Jeden Tag alles geben und blos nciht aufgeben und dabei noch ein Lächeln schenken? Wisst ihr was, ihr könnt mich mal. Was glaubt ihr eigentlich wer ihr seid, dass ihr mich behandelt wie es euch grad in den Kram passt und dass ich mich anpasse nur um in eure Vorstellung zu passen? Was glaubt ihr eigentlich was ihr seid, dass ich mich ruft wenn gerade notwendig und wegschickt wenn überflüssig? Was glaubt ihr eigentlich wer ich bin?

Argh.. ich könnt dir grad so dermaßen in dein dummes Gesicht schlagen.

1 Kommentar 3.11.09 19:34, kommentieren

Abschied.

Schwermütig bewegen sich meine zitternden Glieder
um dir am Gleis zum Abschied noch zu winken
So manches mal wäre der Tod mir lieber,
als stehts in unseren Abschiedstränen zu ertrinken.

Der Zug rollt los, gen viel zu weit entfernt von hier
und verschwindet hinter Tränennebelschleierwänden
und der Augenblick, eben warst du noch bei mir,
er zerrinnt wie Zeit in meinen winkenden Händen.

Meine Hände, die winken, bis sie nichts mehr sehen
damit man die Zeit um sich und das Leben ganz vergisst
sie warten und winken schon fürs wiedersehn,
denn können sie so noch nicht nach Hause gehn,
weil sie nicht glauben wollen, das du fortgegangen bist.

2 Kommentare 26.10.09 21:50, kommentieren

Wie früher.

''Wie früher'' - ''Wie früher'', darauf hatten wir uns geeinigt.

Niedergeschrieben hast du unseren Entschluss damals und wenn ich deine Worte heute lese, dann steigen mir Tränen in die Augen, denn nichts ist mehr wie es früher war..

 

1 Kommentar 26.10.09 20:28, kommentieren

Ich war hier.

Ich versuchs, schau her, schon wieder ein Versuch mehr.

Ich schreib auf deine Mauer, dies ist der Weg und ich kratze an den Fugen damit sich irgendwas regt.

1 Kommentar 16.10.09 16:08, kommentieren

Es wird nicht leicht.

- Weist du, ich habe Angst, es könnte schwer, ja vielleicht sogar zu schwer werden.

- Kleines, merk dir eins. Es gibt keinen Berg der zu hoch ist, denn wenn du einmal auf dem Gipfel eines wirklich hohen Berges stehst liegt dir die Welt zu Füßen.

1 Kommentar 30.9.09 20:13, kommentieren