Die schönste Poesie der Anderen.

Selma Meerbaum Eisinger


Träume (Vers 5)

Und all diese Flocken
sie werden zu Tränen.
Ich weinte sie heiß und wirr -
begreif meine Träume, Gelibet, sie sehnen
sich alle nur ewig nach dir.

 
Herbstregen

Ich starr' hinaus,
Und seh' - versteh'! -
Dabei der Trauer ins Gesicht.
Und so wie ich den Regen seh' -
Oh, so siehst du ihn nicht.

Er ist für mich dem Weinen gleich,
Das mich wiegt - Nacht um Nacht.
Und auch der Rauch
Ist ganz so bleich
Wie mich dein Bild gemacht.


Regen


Du gehst. Und der Aspahlt ist plötzlich nass
und plötzlich ist das grün der Bäume neu
und der Geruch von ganz frischem Hau
schlägt die in dein Gesicht, das heiß und blaß
auf diesen Regen wohl gewartet hat.

Die Gräser, welche staubig, müd und matt
sich bis zur Erde haben hingebeugt,
sehen beglückt die Schwalbe, welche nahe fleugt
und scheinen plötzlich stolz zu sein.

Du aber gehst. Gehst einsam und allein
und weißt nicht, sollst du lachen oder weinen.

und hier und da sind Sonnenstrahlen, welche scheinen
als ginge sie der Regen gar nichts an.


Tragik

Das ist das Schwerste: sich verschenken
und wissen, dass man überflüssig ist,
sich ganz zu gebern und zu denken,
dass man wie Rauch im Nichts verfließt.