Rehaugen.

Es ist kalt und der Schnee legt sich sanft auf die Äste des Waldes, in dem ein kleines Reh steht und mit seinen großen, haselnussbraunen Augen ins Leere starrt. Sein Atem bildet weiche Nebelschwaden die in immer kürzeren Abständen seinen Körper verlassen. Es steht ganz still da als würde es auf etwas warten, dabei hat es schon längst begonnen. Langsam verdunkelt sich der Wald und der Schnee versucht vergebens das Licht zu reflektieren. Das kleine Reh wird immer unruhiger und seine Augen scheinen etwas zu suchen, einen Ausweg vor dem was kommt: Dunkelheit. Es geschieht als ein welkes Blatt auf den kalten Schnee fällt; das Reh reißt den Kopf in die Luft und beginnt zu rennen. Es springt in das ihn umgebende Koks und seine Hufe hinterlassen eine Spur der Unverständlichkeit. Alles schweigt und wartet gespannt. Seine zitternden Beine scheinen sich zu überfordern und die Dornen des unter dem Schnee begrabenen Unterholzes schneiden ihm tief in die selbigen, doch es denkt nicht daran anzuhalten. Sein Herz rasst und Blut durchströmt jede Muskelfaser seines Körpers. In seinen Augen schreit die pure Angst die scheinbar alles kontrolliert und das Reh weiter antreibt. Das Fell bebt und es stolpert immer wieder über totes verschneites Holz. Was für ein dummes Reh denke ich, und halte doch nicht an.

15.2.10 20:36

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