Extrem leben(dig)

Und wieder stehe ich vor mir. Stehe da und schaue mich an. Was ist nur aus mir geworden frage ich mich, wenn ich in die glanzlos verquollenen Augen unter dem zerausten Pony schaue. Nein. Ich stehe nicht vor einem Spiegel, ich stehe wahrhaftig neben mir selbst. Ich stehe da und schaue mich an, weil ich nichts anderes kann. Ich beobachte mich bei meinem kranken Handeln, ein Handeln das extrem ist und genau da zeigt sich mein Lebensstil. Extremität. Schwarz oder Weiß.
Ich stehe oft neben mir und beobachte dabei, wie ich Extremität auslebe und dabei aus dem leben trete. Es bietet sich mir daher ein grausamer Anblick, weil sich schwarz und weiß zu grau vermischen. Ein Anblick der einen Eingriff erfordert, doch wenn ich versuche nach mir zu greifen, dann fasse ich ins Leere, weil alles ausgekotzt wird, bis der Körper nur noch Leergut ist.
Es dauert lange Zeit, in der ich weine, also ich, die neben mir steht. Meine Person weint nicht mehr, das kostet zuviel Kraft, daher weine ich. So also weine ich und schreie, auch wenn es keiner hört, einfach nur aus der Verzweiflung der Unfähigkeit heraus. Es dauert einige Zeit bis sich der Puls senkt und die Extremität sich langsam zurückzieht. Das ist dann der Moment in dem ich wieder auf mich zugehe, mich in die Arme schließe und wieder mit mir Selbst eins werde, solange, bis sich der Drang nach Extremität nicht mehr zurückhalten lässt.

 

18.7.09 17:55

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen