Unsere geteerten Herzen.

Und plötzlich zieht sich das Herz zusammen, um dem Schmerz, der ansteht, eine möglichst kleine Angriffsfläche zu bieten oder ihm gar zu entkommen. Es ist eine Art bewegungslose Flucht die zu nichts führt, weil man der Einsamkeit einfach nicht entfliehen _kann. Sie legt sich wie heißer Teer über das zusammengezogene Herz und nimmt ihm damit jede Möglichkeit in einem normalen Takt weiter zu schlagen, wenn sie zugeschlagen hat. Meist erfolgt ihr Angriff im Dunkeln der Nacht wo dich niemand sieht oder hört, egal wie laut du schreist und weinst und flehst. Jeder Versuch die Einsamkeit vom Herz zu kratzen endet in der schmerzvollen Erkenntnis, völlig macht und chancenlos zu sein, in der Welt, die immer mehr und mehr Teer in den Brustkorb gießt. Es ist eine Welt in der jeder sieht was er will und doch so blind ist, wie eine neugeborene, schutzlose Katze. Nur die Samtpfoten unterschieden uns noch, denn Mensch große Tazen mit langen Krallen die dazu dienen, die Träume anderer morallos zu zerfleischen. Die Menschen um uns geben uns nichts und doch geben sie einen Scheiß drauf wie wir uns fühlen, weil es für sie nicht von Interesse ist. Weil ihr ungeteiltes Interesse ganz alleine ihnen gehört und nicht nach außen getragen werden will, wo der Wirtschaftskrieg wie eine Giftgaswolke über den Wiesen liegt und sich ein Herz nach dem anderen zusammenzieht bevor es betoniert und vergessen wird. Hier fallen die Einsamen gemeinsam und ihre Herzen bilden eine Straße, die geradewegs ins Nichts führt, weil nicht einmal die Hölle sie noch nehmen würde. Auf dieser einspurigen Straßen fahren all die Träume und Hoffnungen die uns das Leben nimmt direkt ins Nirvana ohne auch nur auf wiedersehen zu sagen, weil es verdammt nochmal kein wiedersehen gibt. Und seit ich weis, dass auch wir beide uns nie wieder sehen werden hat sich auch mein Herz zusammengezogen und wartet kapitulierenden auf den einfließenden Teer.

4.2.09 14:59

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Weltenwandler / Website (4.2.09 15:15)
Das hast du sehr gut ausgedrückt und mir ist das Gefühl, das du damit beschreibst, keinesfalls fremd und da ich zu wissen glaube, wie schwer das sein kann, stimmt es mich traurig, dass diese Zeilen deiner Feder entstammen. Das Gefühl deiner Ohnmacht kann ich dir wohl nicht nehmen und dieser Beiträg ändert an deiner Situation nichts. Zwar würde ich gerne etwas ändern, aber ich kann es nicht.

Aber ich finde es immer wieder beachtlich, wie sensibel du Gefühle empfinden und wie wortreich und fantasievoll du sie ausdrücken kannst. Noch nutzt du diese Gabe, um Trauer zu verarbeiten; irgendwann jedoch wirst du so auch dein Glück beschreiben und dass dieser Tag so bald wie möglich ansteht, wünsche ich dir vom ganzen Herzen!

Alles Liebe
Philipp

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